Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 40
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Ostwaldtag muss trocken sein, sonst werden teuer Korn und Wein. (05. August)
Wie das Wetter an Kassian, hält es noch viele Tage an. (13. August)
Leuchten vor Maria Himmelfahrt die Sterne, dann hält sich das Wetter gerne. (15. August)
Maria Himmelfahrt klarer Sonnenschein, bringt meistens viel guten Wein. (15. August)
Wenn's an Joachim regnet, dann folgt ein warmer Winter. (16. August)
Ist's Lorenz und Bartel schön, bleiben die Kräuter noch lange steh'n. (24. August)
Gewitter um Bartholomä bringt Hagel und Schnee. (24. August)
An Augustin gehen die warmen Tage hin. (28. August)
St. Raimund treibt die Wetter aus. (31. August)
Wenn kalt und nass der Juni war verdirbt er meist das ganze Jahr.
Wenn's im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gut.
Im August viel Regenschauer ist Verdruß für jeden Bauer.
St. Mang sä' den ersten Strang. (06. Sept.)
St. Georgen treibt die Lerchen davon. (09. Sept.)
An St. Cyprian zieht man oft schon Handschuh' an. (15. Sept.)
Trocken wird das Frühjahr sein, ist St. Lambert klar und rein. (18. Sept.)
Tritt Matthäus ein, so soll die Saat vollendet sein. (21. Sept.)
Ist's Matthäus hell und klar, gute Zeiten bringt's fürwahr. (21. Sept.)
Zeigt sich klar Mauritius, viele Stürm' er bringen muss. (22. Sept.)
St. Kosmas und St. Damian, fängt das Laub zu färben an. (26. Sept.)