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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 26

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. St. Jakob nimmt hinweg die Not, bringt erste Frucht und frisches Brot. ((02. Juli)

  2. Ich denk an dich, wenn ein Regenbogen die Welt in buntes Licht taucht.

  3. Das Leben ist ein dorniger Rosenstock und die Kunst seine Blüte.

    Georg Ebers

  4. Kein Bauer wankt nach Hause nach einem Gläschen Brause.

  5. Eine Krähe sitzt gern bei der anderen.

  6. O Sonnenschein! O Sonnenschein! Wie scheinst du mir ins Herz hinein.

    Robert Schumann

  7. Die klügsten Männer sind jene, die ihrer Frau einreden können, dass Gartenarbeit schön macht.

    Karel Capek

  8. Wenn im Mai die Wachteln schlagen, künden sie von Regentagen.

  9. Die Erde ist eine Gondel, die an der Sonne hängt und auf der wir aus einer Jahreszeit in die andere fahren.

    Johann Peter Hebel

  10. Disteln und Dornen stehen sehr, falsche Zungen noch viel mehr.

  11. Der Apfel fällt, wenn er nicht krank ist, erst vom Stamm, wenn er reif ist.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  12. Es schlägt nicht immer ein, wenn es donnert

  13. Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt

    Victor-Marie Hugo

  14. Keine lockt mich, Ranunkeln, von euch, und keine begehr ich; Aber im Beete vermischt sieht euch das Auge mit Lust.

    Johann Wolfgang von Goethe

  15. Leise rauscht der Wasserfall, wenn's nicht mehr rauscht, ist 's Wasser all'

  16. Die Liebe ist ein Stoff, den die Natur gewebt und die Phantasie bestickt hat.

    Voltaire

  17. Mancher rauft den toten Löwen beim Bart, der ihn lebend nicht ansehen durfte.

  18. Wenn die Schwalben niedrig fliegen, wird man Regenwetter kriegen.

  19. So viel Dornen ein Rosenstock, so viel Haare ein Ziegenbock, so viel Flöh ein Pudelhund, so viel Jahre bleib gesund.

  20. St. Paulus klar, gutes Jahr - bringt er Wind, regnet's geschwind. (14. Jan.)