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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 42

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. Es verrät dir die Andreasnacht, was wohl so das Wetter macht. (30. Nov.)

  2. Donnert's ins blattlose Holz, dann schneit's ins Laub.

  3. Fabian im Nebelhut, tut den Bäumen gar nicht gut. (20. Jan.)

  4. Sturm und Frost an Sebastian, ist den Saaten wohlgetan. (20. Jan.)

  5. Tanzen Fabian schon die Mücken, muss man den Kühen das Futter bezwicken. (20. Jan.)

  6. Um Fabian und Sebastian, da nimmt auch der Tauber die Taube an. (20. Jan.)

  7. Ziehen Wolken am Agnestag über den Grund, bleibt die Ernte stets gesund. (21. Jan.)

  8. Sonnenschein am Agnestag, die Frucht wurmstichig werden mag. (21. Jan.)

  9. Wenn St. Agnes gekommen, wird neuer Saft im Baum vernommen. (21. Jan.)

  10. Wie das Wetter zu St. Vinzent war, wird es sein das ganze Jahr. (22. Jan.)

  11. Zu Vinzent Sonnenschein, bringt viel Korn und Wein. (22. Jan.)

  12. St. Paulus Kält' mit Sonnenschein, wird das Jahr wohl fruchtbar sein. (25. Jan.)

  13. Je kälter unser Pauli und auch heller, desto voller werden Scheuer und Keller. (25. Jan.)

  14. St. Julian zerbricht das Eis, bricht er's nicht, umarmt er es. (27. Jan.)

  15. Scheint an Martina die Sonne mild, ist sie der guten Ernte Bild. (30. Jan.)

  16. Bei Donner im Winter ist viel Kälte dahinter.

  17. Die Heilige Dorothee watet gerne durch den Schnee. (06. Feb.)

  18. Kommt die Jungfrau Apollonia, sind auch bald die Lerchen wieder da. (09. Feb.)

  19. St. Eulalia im Sonnenschein, bringt viel Apfel und Apfelwein. (12. Feb.)

  20. St. Valentin friert's Rad mitsamt der Mühle ein. (14. Feb.)