Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 11
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Die Rose spricht alle Sprachen der Welt.
— Ralph Waldo Emerson
Wenn Blumen, gleichgültig welcher Farben und Formen zusammenstehen, kann nie ein Bild der Disharmonie entstehen.
— Vincent van Gogh
Der Kosmas und der Damian, die zünden alle Lichter an. (26. Sept.)
Wer wendet sein Gesicht nicht gerne der Zukunft zu, wie die Blumen ihre Kelche der Sonne?
— Heinrich von Kleist
Wenn die Magd nach Knoblauch stinkt, der Knecht sie auch im Dunkeln find!
Eine milchende Kuh deckt den Tisch zu.
Ließe die Katze das Mausen, so bliebe der Kater draußen.
Die Spitze des Berges ist nur ein Umkehrpunkt.
— Reinhold Messner
Es gibt ein Naturwunder, das noch größer ist als das Meer. Das ist der Himmel.
— Victor-Marie Hugo
Willst den Nachbarn glücklich seh'n, darfst nicht in die Sonn' ihm steh'n.
Dem Landmann tut's das Herz zerreissen, sieht er das Huhn aufs Sofa scheißen
Hohle Köpfe klappern am meisten.
Der hl. St. Kilian stellt die ersten Schnitter an. (08. Juli)
Wie vergänglich ist doch der Mensch auf dieser Erde, ein Baum überdauert ihn, eine Steinstufe wird hundertmal älter, als der Menschenfuß, der sie tritt.
— Paul Keller
Man sieht die Blumen welken und die Blätter fallen, aber man sieht auch die Früchte reifen und neue Knospen keimen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Ein Baum der fällt macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald der wächst.
Auch das beste Pferd kann nicht zwei Sättel tragen
Das Wetter und meine Launen haben wenig miteinander zu tun. Ich trage meine Nebel und meinem Sonnenschein in meinem Inneren.
— Blaise Pascal
Während ich mich an einem schwülen Tag auf den trägen Wassern des Sees treiben lasse, höre ich fast auf zu leben und fange an zu sein
— Henry David Thoreau
Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss seh'n, was übrig bleibt.