770 Sprüche — Seite 5
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Kein Mensch kann volle tausend Tage glücklich sein, keine Blume vermag hundert Tage zu blühen.
Denken und Empfinden sind von Natur aus verschieden.
— Aristoteles
Der Mensch will wohl endlich so weit kommen wie die Blumen und die Bäume: ruhig leben und sterben zu dürfen. Zweifellos wünschen sich die meisten Menschen nichts Besseres.
— Christian Morgenstern
Die Blüte braucht Sonne, um Frucht zu werden. Der Mensch braucht Liebe, um Mensch zu werden.
Zwei Blümlein blüh'n auf einer Au das eine rot, das andere blau, das blaue sprach: "Vergissmeinnicht", das rote sprach: "Ich liebe dich".
Und aus der Erde schauet nur alleine noch Schneeglöckchen; so kalt, so kalt ist noch die Flur es friert im weißen Röckchen.
— Theodor Storm
Liebe zur Natur ist die einzige Liebe, die menschliche Hoffnungen nicht enttäuscht.
— Honoré de Balzac
Laubfall an Leodegar, kündigt an ein fruchtbar Jahr. (02. Okt.)
Natur und Musik können anrühren und bewegen, trösten und stärken, uns zu den Wurzeln führen, über uns hinaus und zu uns selbst
— Else Pannek
Blumen anschauen hat etwas Beruhigendes: Sie kennen weder Emotionen noch Konflikte.
— Sigmund Freud
Ein Mensch mit Frieden in der Seele ist wie eine Sonne im Haus, die Nebel und Wolken aufzehrt.
— Albert Schweitzer
Nimm eine Handvoll guter Erde. Vielleicht findest du ein Samenkorn darin oder eine Raupe. Wäre deine Hand geduldig genug, würde der Same ein Wald und die Raupe eine Schar geflügelter Wesen werden …
— Khalil Gibran
Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte
— Bertolt Brecht
Vernünftige Einsicht zu haben ist die größte Tugend, und Weisheit ist es, Wahres zu reden und gemäß der Natur zu handeln, indem man auf sie hört.
— Heraklit von Ephesos
Ein Mann ohne Frau - ein Wasser ohne Damm.
Der Wind beugt die Gräser, aber er bricht sie nicht.
Gott handelt nur nach den Gesetzen seiner Natur und von niemandem gezwungen.
— Baruch de Spinoza
Der Hahn sitzt auf der Krähe, weil kein Huhn in seiner Nähe
Glück und Regenbogen sieht man nicht über dem eigenen Haus, sondern nur über fremden.
Die Rose ist so etwas schönes, dass auch der wahnsinnigste Züchter sie nicht verderben kann.
— Konrad Adenauer