770 Sprüche — Seite 37
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Der Igel ist der Kaktus des Tierreichs.
— Ambrose Bierce
Katze: weicher, unzerstörbarer Automat, von der Natur erschaffen, damit wir danach treten können, wenn in der Familie etwas schiefgeht.
— Ambrose Bierce
Auf meinem Grabe sollen rote Rosen stehn, die roten Rosen, die sind schön
— Hermann Löns
Der Florian, der Florian, noch einen Schneemann setzen kann. (04. Mai)
Fliegen die Fledermäus' abends umher, kommt anhaltend schönes Wetter daher.
Und scheint die Sonne noch so schön, am Ende muss sie untergehn.
— Christian Johann Heinrich Heine
Still sitzend, nichts tuend, kommt der Frühling, und das Gras wächst von allein
Neujahrsnacht still und klar, deutet auf ein gutes Jahr.
Schmiegsam und geschmeidig ist der Mensch, wenn er geboren wird, starr, störrisch und steif, wenn er stirbt. Biegsam, weich und zart sind die Kräuter und die Bäume im Wachstum, dürr, hart und stark i …
— Laotse
Nach meinem Tod will ich es Rosen regnen lassen
— Theresia von Lisieux
Das Laster ist die Natur des Menschen; die Tugend ist die Gewohnheit oder Maske.
— William Hazlitt
Zu Oswald wächst die Rübe bald. (05. August)
Gibt's im Juni Donnerwetter, wird auch das Getreide fetter.
Wenn Leute mit mir über das Wetter reden, habe ich immer das ganz sichere Gefühl, dass sie etwas anderes sagen wollen. Und das macht mich so nervös.
— Oscar Wilde
Die Natur ist die große Ruhe gegenüber unserer Beweglichkeit. Darum wird sie der Mensch immer mehr lieben, je feiner und beweglicher er werden wird.
— Christian Morgenstern
Tummeln die Krähen sich noch, bleibt lang des Winters Joch.
Wenn es dem Severin gefällt, dann bringt er mit die große Kält'. (08. Jan.)
Pankraz, Servaz und Bonifaz, die machen erst der Sonne Platz. (12. - 14. Mai)
Gebrauchter Pflug blinkt, stehend Wasser stinkt.
Ein Baum wird noch lange kein Krokodil, wenn er jahrelang im Niger treibt.