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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 24

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. Am Septemberregen ist dem Bauern viel gelegen.

  2. Der Eber ist stets missgestimmt, weil seine Kinder Ferkel sind.

  3. Das macht den Bauern gar nicht froh, wenn's regnet in sein Cabrio.

  4. Zu Theres beginnt die Weinles'. (15. Okt.)

  5. Die Mücke fliegt so lang ums Licht, bis sie sich versengt.

  6. Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt.

    — Rudyard Kipling

  7. Es gibt eine Blüte auch bei Runzeln

    — Apollonius von Rhodos

  8. So oft die Sonne aufgeht erneuert sich mein Hoffen und bleibt, bis sie untergeht, wie eine Blume offen.

    — Gottfried Keller

  9. Kommt der Zorn, geht der Verstand.

  10. Dankbarkeit gefällt, Undank hat die ganze Welt.

  11. Wir wundern uns nie über den Sonnenaufgang einer Freude, sondern über den Sonnenuntergang derselben.

    — Jean Paul

  12. Der Wechsel vergnügt die menschlichen Sinnen, dies lehrt uns der Umgang und auch die Natur.

    — Johann Christian Günther

  13. Barbara im weissen Kleid, verkündet gute Sommerzeit. (04. Dez.)

  14. Jeder nach seinem Sinn wählt seiner Freuden Ort: der Rosenkäfer hier, und der Mistkäfer dort.

    — Friedrich Rückert

  15. Der Garten ist ein anderer Himmel mit Sternen aus Blumen.

  16. Ahme den Gang der Natur nach. Ihr Geheimnis ist Geduld.

    — Ralph Waldo Emerson

  17. Glaube mir, du wirst mehr in Wäldern finden als in Büchern. Bäume und Tiere werden dich lehren,

    — Bernhard von Clairvaux

  18. Die Kraft der Gedanken ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst; sie ist aber der Ursprung für die sichtbaren Veränderungen im Leben des Menschen.

    — Leo Tolstoi

  19. Rosen auf den Weg gestreut und des Harms vergessen! Eine kurze Spanne Zeit ist uns zugemessen.

    — Ludwig Christoph Heinrich Hölty

  20. So, wenn ich schaue in dein Antlitz mild, wo tausend frische Lebenskeime walten, da ist es mir, als ob Natur mein Bild mir aus dem Zauberspiegel vorgehalten.

    — Annette von Droste-Hülshoff