Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 33
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Er sitzt wie eine Laus zwischen zwei Nägeln.
Der geringe Schaden, welchen der Igel anrichtet, kann gegenüber dem von ihm gebrachten Nutzen kaum in Betracht kommen, zumal jener noch keineswegs genügend erwiesen ist.
— Alfred Edmund Brehm
Sieh das Lindenblatt, du wirst es wie ein Herz gestaltet finden. Drum sitzen die Verliebten am liebsten unter Linden.
— Christian Johann Heinrich Heine
Fährt der Bauer raus zum Jauchen, wird er nachts ein Deo brauchen
2 Bauern gingen in den Wald, der Eine macht den Anderen kalt. Willst Du kalten Bauern seh'n, mußt Du in den Wald reingeh'n.
Schraubt der Knecht am Traktor hin und her, gibt es bald wohl keinen Bauern mehr
Ist der Bauer ständig umnebelt von Dampf wächst auf seinen Feldern sicher Hanf.
Wer freit Nachbars Kind, der weiss, was er find.
Die Stimmung der äußeren Natur ist stets nur ein Spiegel unseres Gemüts.
— Peter Rosegger
So wie Martin es will, zeigt sich dann der ganze April. (13. April)
Gewitter am St. Georgstag, ein kühles Jahr bedeuten mag. (23. April)
Es kann nicht immer so bleiben, hier unter dem wechselnden Mond, es blüht eine Zeit und verwelket, was mit uns die Erde bewohnt.
— August von Kotzebue
Wie hoch auch ein Vogel fliegen mag, seine Nahrung sucht er auf der Erde.
Geht die Sonne auf im Westen, lässt der Bauer seinen Kompass testen.
Das Huhn ist schlau und stellt sich dumm; beim Hahn, da ist es andersrum
Einen Regenbogen, der eine Viertelstunde steht, sieht man nicht mehr.
— Johann Wolfgang von Goethe
Die Naturgesetze lehren uns, was möglich ist, aber nicht, was richtig ist
Kein Fluss kann seine Quelle überstiegen - kein Volk besser sein als seine Frauen
Menschen essen alle Arten von Fischen, aber dem Hai machen sie einen Vorwurf daraus.
Nun laß den Sommer gehen, Laß Sturm und Winde wehen. Bleibt diese Rose mein, Wie könnt ich traurig sein?
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff