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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 54

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. Die Jugend zeigt den Mann an, so wie der Morgen den Tag ankündigt.

    John Milton

  2. Die menschliche Hand bedeutet menschliche Macht: Mit dem durchgeistigten Handeln der Hand ist der Mensch der Natur gegenüber gefährlich geworden.

    Oswald Spengler

  3. Es liegt tief in der Natur des Menschen, dass er alles essen will, was er liebt.

    Oswald Spengler

  4. Der Mensch, der gleicht dem Aprilwetter, welches bald schön, bald wild, bald warm, bald kalt, bald trocken, bald naß, bald Sonne, bald Regen, bald Riesel, bald Schnee, bald Blumen, bald Klee.

    Abraham a Sancta Clara

  5. Es ist nicht kalt, wenn es schneit, es ist nur kalt, wenn es taut.

  6. Genaugenommen ist das Dichten ein Naturvorgang; wie der Apfel auf dem Baum reift und wie das Ei aus der Henne kommt, so reift das Werk im Dichter, und so bewegt es sich aus ihm heraus.

    Victor Auburtin

  7. Man kann beobachten, dass eines jeden Menschen Sehnsucht nach derjenigen Gegend reist, in welcher er das meiste und kräftigste Licht und die sattesten Farben wahrgenommen hat.

    Carl Spitteler

  8. Der Frosch im Brunnen ahnt nichts von der Weite des Meeres.

  9. Wer bist du, Mensch? Ein Garten voller Disteln. Is nit gnug das. Eine Rose voller Dornen. Is noch nit gnug. Ein Himmel voller Finsternis.

    Abraham a Sancta Clara

  10. Gnade und Tugend bilden die Ordnung der Natur nach, die kraft göttlicher Weisheit gegründet ist.

    Thomas von Aquin

  11. Die Welt ist wie ein Meer; ein jeder geht und fischt, nur dass den Walfisch der, den Stockfisch er erwischt.

    Friedrich von Logau

  12. Es gibt nichts Wunderbareres, nichts, was die Weisheit des Schöpfers bei den Verständigen heller bezeugt, als die Bewegung der fünf Planeten.

    Johannes Kepler

  13. In jedem Aug', in dem die Liebe glüht, ist auch die Blume Schönheit aufgeblüht.

    Otto von Leixner

  14. Man mag über Naturschönheiten die Achseln zucken, es ist doch herrlich für ein Volk, ein schönes Land zu besitzen, wenn es auch arm ist.

    Fridtjof Nansen

  15. Willst du einen guten Ruf haben, so triff niemals die Sonne in deinem Bett

  16. Rosen pflücke, Rosen blühn Morgen ist nicht heut! Keine Stunde laß entfliehen, Flüchtig ist die Zeit!

    Johann Wilhelm Ludwig Gleim

  17. Alle Wesen leben vom Lichte, jedes glückliche Geschöpf, die Pflanze selbst, kehrt freudig sich zum Licht.

    Friedrich von Schiller

  18. Auf dem Heu und in dem Stroh, ward schon manches Mägdlein froh.

  19. Beim Dreschen lass das Rauchen sein, sonst atmest Du den Brandrauch ein.

  20. Eine Sau mit kalten Füssen, kann als Eisbein man geniessen