770 Sprüche — Seite 69
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Scheint die Sonne auf die Stirn, schlägt sie dem Bauer auf's Gehirn.
Kracht die Kuh durch's Scheunendach, woll't sie wohl den Schwalben nach
Pennt der Bauer noch auf dem Trecker braucht er 'nen neuen Handywecker
Wenn der eine nicht will, können zwei nicht streiten.
Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Leut'.
Das Geld verdeckt die grössten Löcher.
Den Kopf kühl, die Füße warm, machen den besten Doktor arm.
Gute Kornjahre sind schlechte Obstjahre.
Wenn sich die Katzen putzen, gibt es gutes Wetter.
Wenn sich die Schafe auf der Weide mit den Köpfen zusammenstellen, folgt Gewitter.
Der Kuckuck schreit nicht eher, bis der Hafer grün ist.
Baden Spatzen und Hühner im Sand, kommt Regen ins Land.
Kommen die Bienen nicht heraus, ist's mit dem schönen Wetter aus.
Baut die Ameise hoch ihr Haus, fällt der Winter trocken aus.
Ist die Spinne träg zum Fangen, Gewitter bald am Himmel hangen.
Wenn die Spinnen im Regen spinnen, wird er nicht mehr lange rinnen.
Wenn man einen Hund zum Jagen tragen muss, wird man nicht viel fangen.
Willst Glück du haben mit dem Vieh, so füttre pünktlich, plage nie.
Wenn d'Apfelbäum' blüh'n, soll der Ofen glüh'n.
Auf großen Raum pflanz' einen Baum und pflege sein, er bringt dir's ein.