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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 45

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. Leg erst nach Markus Bohnen, er wird's dir reichlich lohnen. (25. April)

  2. Was St. Markus an Wetter hält, so ist's auch mit der Ernte bestellt. (25. April)

  3. Auf des heiligen Peters Fest sucht der Storch sein Nest. (27. April)

  4. Walpurgisfrost ist schlechte Kost. (30. April)

  5. Ein nasser April verspricht der Früchte viel.

  6. Will der Mai ein Gärtner sein, trägt er nicht in Scheunen ein.

  7. Soll Feld und Garten wohl gedeih'n, dann braucht's im Juni Sonnenschein.

  8. Wenn's im Juni viel regnet, ist der Graswuchs gesegnet.

  9. Juli heiß - lohnt Müh' und Schweiß.

  10. Nach Barbara geht's frosten an, kommt's früher, ist nicht wohlgetan. (04. Dez.)

  11. Geht Barbara im Klee, kommt das Christkind im Schnee. (04. Dez.)

  12. St. Gerald - es wird kalt. (05. Dez.)

  13. Ist Ambrosius schön und rein, wird Florian ein wilder sein. (07. Dez.)

  14. Wenn zu Lucia die Gans geht im Dreck, so geht sie am Christtag auf Eis. (13. Dez.)

  15. St. Lucia kürzt den Tag, so viel sie ihn nur kürzen mag. (13. Dez.)

  16. Um Adelheid da kommt der Schnee, der tut der Wintersaat nicht weh. (16. Dez.)

  17. Bringt das Christkind Kält' und Schnee, drängt das Winterkorn in die Höh'. (24. Dez.)

  18. Bringt St. Stephan Wind, die Winzer nicht erfreut sind. (26. Dez.)

  19. Sitzen die unschuldigen Kindlein in der Kälte, vergeht der Frost nicht in Bälde. (28. Dez.)

  20. Gefriert es Sylvester zu Berg und Tal, geschieht auch dies zum letzten Mal. (31. Dez.)