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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 48

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. Wenn d'Apfelbäum' blüh'n, soll der Ofen glüh'n.

  2. Auf großen Raum pflanz' einen Baum und pflege sein, er bringt dir's ein.

  3. Blüh'n die Disteln reich und voll, ein schöner Herbst dir blühen soll.

  4. Blüte schnell und ohne Regen, verspricht beim Obste großen Segen.

  5. Wenn der Flieder langsam verblüht, die Ernte sich lang hinzieht.

  6. Nun fängt das Laub zu stehen an, die Vögel haben das Legen getan.

  7. Blüht der Stock in vollem Licht, große Beeren er verspricht.

  8. Ein Vielfraß wird nicht geboren, sondern erzogen.

  9. Der Winter bringt zweierlei auf einmal: weiße Tage und schwarze Nächte.

  10. So wie die Rosen blühen, so blühe auch dein Glück. Und wenn du Rosen siehst, so denk an mich zurück!

  11. Bei Vollmondschein und Becherklang ertönt so froh der Liedersang. Wer Vollmondschein nicht liebt und ehrt, ist auch den Sonnenschein nicht wert.

  12. Wo Aas ist, da sammeln sich die Adler.

  13. Adler fängt nicht Fliegen.

  14. Ich rede von Enten, und du antwortest mir von Gänsen.

  15. Man ruft den Esel nicht zu Hofe, denn dass er Säcke trage.

  16. Wenn der Esel in die Mühle kommt, so sagt er i-ah.

  17. Ein Esel sollte immer auf der Weide sein, denn wo er frißt, da wächst es, wo er sch-, da düngt er's, wo er seicht, da wässert er's und wo er sich wälzt, da zerbricht er die Schollen.

  18. Wenn das Ferkel träumt, so ist's von Trebern.

  19. Wenn das Ferkel satt ist, stößt es den Trog um.

  20. Je fetter der Floh, je magerer der Hund.