Sprüche zum Zusammenleben
2120 Sprüche — Seite 102
Welche Triebkraft muss doch die Eitelkeit haben, dass sie die Menschen so groß von sich selbst denken lässt, da doch alles in der Welt uns klein zu machen geeignet ist.
— August Pauly
Menschenspreu wird vom Wind der Mode leicht bewegt.
— August Pauly
Lieber sich für die Wahrheit schämen als für eine Unwahrheit.
— August Pauly
Die Wahrheit ist männlichen Geschlechts.
— August Pauly
Schichtenweise liegen die Schicksale der Menschen übereinander und bauen die Zeiten auf.
— August Pauly
Wärme und Kälte unserer Welt, ihr Licht und ihre Dunkelheit gehen von unseren Herzen aus. Sie selbst liegt draussen in ihrem unveränderlichen Wert, in ihrem ewigen Treiben und ihrer ewigen Gleichgülti …
— August Pauly
Wir können nicht leben ohne Menschen und leben nie mehr, als wenn kein Mensch um uns ist.
— August Pauly
Der Eitle empfindet jedes einem andern gespendete Lob als eine Verkürzung der ihm gebührenden Ration.
— August Pauly
Was ist es doch Schönes und Heiliges um das Recht und wie schmutzig und verworren sind die Wege zu ihm!
— August Pauly
Es ist mir manchmal ein Mensch, den ich vergeblich eine Wahrheit zu eröffnen suchte, vorgekommen, wie ein Mann, dem ich auf den Gaul helfen wollte, der aber immer wieder drüben herunter fiel.
— August Pauly
Kein Mensch, auch nicht der allerverkommenste, verträgt es, unwert geachtet zu werden. Wenn ihn alle Welt verachtet, sucht er nach seinesgleichen, bei denen seine Taten etwas gelten.
— August Pauly
Wenn wir viel sagen wollen, nehmen wir wenig Worte, wenn alles – gar keine.
— August Pauly
Äusserlicher Adel braucht Gesellschaft, um etwas vorzustellen, innerer braucht Einsamkeit.
— August Pauly
"Nein" hat einen kalten Atem.
— August Pauly
Sage zu dem Eitlen, er solle sich selbst erkennen und flugs schaut er in den Spiegel.
— August Pauly
Vieles verstehen gleichgesinnte Menschen still, aber herrlicher ist es noch, wenn ein mit Empfindung schwer beladenes Wort des einen Seele dem andern zuträgt.
— August Pauly
Es gibt eine Sorte von Ignoranten, welche einem das Übergewicht der Unwissenheit fühlen lassen.
— August Pauly
Freundlichkeit ist das Öl der Streber, mit dem sie sich salben, um leichter durch die Menge nach oben zu schlüpfen.
— August Pauly
Wie wäre es möglich, dass einer, der den Blick auf das Universum gerichtet hat, noch den kleinen Unterschied zwischen einem Bettler und einem König wahrnehmen könnte?
— August Pauly
Es ist eine ärgerliche Sorte von Köpfen, welche widersprechen, ehe sie begriffen haben.
— August Pauly