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Sprüche über das Leben

3218 Sprüche — Seite 124

  1. Die Tatsache, dass der Schmerz unsere Werte nicht anerkennt, wird in ruhigen Zeiten leicht überdeckt.

    Friedrich Georg Jünger

  2. Nur wer irgendein Ideal, das er ins Leben ziehen will, in seinem Innern hegt und nährt, ist verwahrt gegen die Gifte und Schmerzen der Zeit.

    Jean Paul

  3. Das hat die Freude mir dem Schmerz gemein, dass sie die Menschen der Vernunft beraubt.

    August von Platen

  4. Das Alter ist ein Tyrann, der bei Lebensstrafe alle Vergnügungen der Jugend verbietet.

    François de la Rochefoucauld

  5. Nur in der Jugend ist man Weltbürger. Die besten unter den Alten sind nur Erdenbürger.

    Ludwig Börne

  6. Wir mögen die Himmel erstürmen und neue Sterne ohne Zahl finden: Es gibt immer noch den neuen Stern, den wir nicht gefunden haben - jenen, auf dem wir geboren sind.

    Gilbert Keith Chesterton

  7. Wer über den See geht, wechselt den Himmel, doch nicht den Charakter.

    Horaz

  8. Es ist mit der Weltenuhr wie mit der des Zimmers. Am Tage sieht man sie wohl, aber hört sie fast gar nicht. Des Nachts aber hört man sie gehen wie ein großes Herz.

    Christian Morgenstern

  9. Durch bloße Lehren sind nie die Menschen zu bekehren: Das gute Beispiel prägt allein der Lehre Sinn dem Herzen ein.

    Friedrich von Bodenstedt

  10. Die Einfachheit des Geistes ist Dummheit, die des Herzens Unschuld.

    Giacomo Casanova

  11. Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.

    Friedrich von Schiller

  12. Die Freiheit der Meinung setzt voraus, dass man eine hat

    Christian Johann Heinrich Heine

  13. Jeder will Freiheit haben, und niemand will sie geben.

    Oliver Cromwell

  14. Vernunft und Gefühl sind die Sonne und der Mond am moralischen Firnament. Immer nur in der heißen Sonne würden wir verbrennen; immer nur im kühlen Mond würden wir erstarren.

    Friedrich Maximilian von Klinger

  15. Immer wieder, wenn wir sinnen, stürzt die Welt in wilde Stücke; immer wieder, still von innen, fügen wir die schöne Brücke.

    Richard Fedor Leopold Dehmel

  16. Trübe Tage werden gegen Abend, wenn die Sonne hinabsteigt, heller; und manches trübe Leben erfährt dieselbe Begnadigung.

    Moritz Heimann

  17. Der Mensch lebt in einem beständigen Krieg mit dem Zufall. Wir wandern auf Glatteis und sind keinen Augenblick sicher, dass wir nicht fallen

    Friedrich Vischer

  18. Die Strafe, die züchtigt ohne zu verhüten, heißt Rache.

    Albert Camus

  19. Man sieht es den Menschen oft noch im hohen Alter an, dass sie einmal jung waren.

    George Bernard Shaw

  20. Das Leben besteht nicht aus siebzig Jahren, sondern die siebzig Jahre bestehen aus einem fortwehenden Leben, und man hat allemal gelebt und genug gelebt, man sterbe, wann man will.

    Jean Paul