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Sprüche über das Leben

3218 Sprüche — Seite 157

  1. Vor der zwingenden Macht einer menschheitserzieherischen Aufgabe, sind persönliche Schmerzen und Entbehrungen unbedeutend und nichtig.

    Theresa Keiter

  2. Alle Ordnung ist für den einzelnen Freiheitsbeschränkung.

    Friedrich Paulsen

  3. Dunkel und verhüllt sind die Endzwecke des Schicksals und doch befördern wir täglich durch unser Tun und Denken – wenn auch scheinbar das Gegenteil – den geheimen Gang desselben.

    Heinrich Martin

  4. Wahrheit behauptet stets und überall ihre Unbeschränktheit. Sie wird zur Verbrecherin, wenn sie sich zur Sklavin der Menschen machen lässt.

    Heinrich Martin

  5. Tugend schärft nur ihre Kraft, wenn sie schweigend schafft.

    Heinrich Martin

  6. Die Not ist oft der Henker der Tugend. Öfter jedoch wird sie durch Üppigkeit und Reichtum zu Grunde gerichtet.

    Heinrich Martin

  7. Wenn wir bedenken, dass Vernunft ihre Stoffe nur allein aus dem Herzen, den Sinnen und unserer Einbildung holt, so wissen wir hinlänglich, wie weit sie in praktischer Beziehung verlässlich ist.

    Heinrich Martin

  8. Ein unverbrüchliches Gesetz ist die Vernunft; wer sich ihr entzieht, verletzt die Humanität, mithin die heiligsten Menschenrechte.

    Heinrich Martin

  9. Es gibt kein Maß und Gesetz für Auffassung der Schönheit, weil ihre Beschaffenheit, je nach der Individualität des Menschen, in dessen Seele verschiedene Abspiegelungen findet.

    Heinrich Martin

  10. Wer Leidenschaft zum Vernunftgenossen macht, hintergeht sein Gewissen.

    Heinrich Martin

  11. Warum stehen Phantasie und Verstand so oft im Widerspruch? Weil dieser mit kalter Sonde zergliedern will, was jene aus Duft und Luft und aus den leisesten Regung des Herzens gewebet und aufgebaut hat …

    Heinrich Martin

  12. Der Mensch bleibt schwach bei aller Weisheit, die nur zu oft der Stimmung unterliegt; denn stets kommt eine neue Torheit, wenn kaum die alte ist besiegt.

    Heinrich Martin

  13. Die Lüge straft durch's eigene Bewusstsein; Die Wahrheit hält's Gewissen und die Brust rein.

    Heinrich Martin

  14. Die nach allen Freuden rennen darfst Du leere Köpfe nennen.

    Heinrich Martin

  15. Bei einer guten Tat sind wir uns stets selbst genug; bei einer bösen Tat sehen wir uns jedoch nach Mitschuldigen um.

    Heinrich Martin

  16. Phantasie ist die Fackel, welche uns voran leuchtet und das Dunkel erhellt, wenn wir auf der Leiter des Verstandes emporsteigen wollen zur Erkenntnis des Schöpfers.

    Heinrich Martin

  17. Streiche die Phantasie fort und die meisten Genüsse unsres Daseins sind nicht des Erwähnens wert.

    Heinrich Martin

  18. Wo und wie sollen wir die Wahrheit finden, wenn wir sie nicht aus der Quelle des Irrtums schöpfen?

    Heinrich Martin

  19. Freiheit wünschen nur wenige edle Menschen, Willkür der große Haufen.

    Karoline Freiin von Wolzogen

  20. Die Willkür kennt nur den blinden Eigenwillen.

    Karoline Freiin von Wolzogen