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Sprüche über das Leben

3218 Sprüche — Seite 156

  1. Wir vertreiben uns die Zeit so lange, bis sie uns vertreibt.

    August Pauly

  2. Es gibt Dinge im Leben und in der Wissenschaft, welche nur die kühnste Phantasie zu erfassen vermag, und andere, die nur der ruhigste Verstand sieht. Darum gehören auch so oft zwei Menschen dazu, um e …

    August Pauly

  3. Jedes Zeitalter schlägt von der hinter ihm liegenden Literatur anderer Bücher auf und andere zu, lernt Vergessenes wieder und vergisst Erlerntes.

    August Pauly

  4. Jede Zeit erkennt die Fehler ihrer Vorgängerin wie jeder Narr die Narrheit eines anderen, aber nicht seine eigene.

    August Pauly

  5. Zeit verleiht allen Dingen Würde. Sie gibt ein Weniges von ihrer Ewigkeit an sie ab.

    August Pauly

  6. Geschichte macht aus uns unverständigen Neulingen in der Welt tausendjährige Weise.

    August Pauly

  7. Es ist ein gesegneter Augenblick, in welchem der Mensch seine eigene Dummheit begreift.

    August Pauly

  8. Die Menschen haben viele Götter erfunden und werden dies auch weiterhin tun, aber keinen, den sie nicht glaubten hinterhergehen zu können.

    August Pauly

  9. Wenn der Verstand seine Rechnung abgeschlossen hat, setzt Empfindung die großen Zahlen ein, die er übersehen hat.

    August Pauly

  10. Unser ganzes Leben hindurch zieht die Erde an uns, als wollte sie uns Flüchtlinge wieder haben, und endlich bekommt sie uns auch.

    August Pauly

  11. Wenn plötzlich in der Menschheit Vernunft einkehrte, so würde in allen ihren Dingen die größte Revolution eintreten, welche sie je gesehen hätte.

    August Pauly

  12. Die Menge ist ein dummes Tier, auf dessen Rücken sich jeder schlaue Glücksritter schwingen kann und trägt sie ihn einmal, so bringt ihn keiner mehr herunter als die Zeit. Diese aber sicher.

    August Pauly

  13. Delinquenten des Lebens, die wir sind, von denen keiner eine Begnadigung zu erhoffen hat, bitten wir nun um eine schmerzlose Hinrichtung.

    August Pauly

  14. Gleicht das Leben nicht einem Akrobaten, der auf einer rollenden Kugel läuft, sich mit Kunst lange oben hält, aber endlich doch herunter muss aus Müdigkeit?

    August Pauly

  15. Der moderne Mensch hat seine Körperoberfläche so sehr vergessen, dass ihm seine Kleider besser gefallen, als seine Haut.

    August Pauly

  16. Im Blick kommt die Seele ans Fenster.

    August Pauly

  17. Das Leben mäßigt uns immer, mäßigt uns so lange, bis wir als stille Leute mit idealen Leichengesichtern bedürfnislos in unseren Särgen liegen.

    August Pauly

  18. Das Leben ist eine Erscheinung, welche an sich selbst ermüdet. Es lässt sich nur erhalten durch Unterbrechung. Es muss immer umgegossen werden in neue Individuen.

    August Pauly

  19. Wenn einem ein Licht aufgesteckt werden soll, muss er schon ein Fünkchen davon haben.

    August Pauly

  20. Altwerden ist nur steigende Müdigkeit vor dem Schlafengehen

    Theresa Keiter